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Hupe
Donnerstag, 16. November 2006
“Hallo?”, wimmert es mir entgegen.
“Ja, hallo? Wie kann ich Ihnen denn weiterhelfen?”
“Ich wollte nur fragen ob alles in Ordnung ist.”
Och. Welch’ ein netter Kunde, freute ich mich schon – behielt zu Recht jedoch meine natärlich angelernte Grundskepsis.
“In Bezug auf was genau?”
“Ich hatte vorhin mein Telefon – das Schnurlose, wissen Sie? Sie kennen das ja, wenn man wohin geht.”
Ich brachte bei aller Liebe keinen Zusammenhang rein.
“Ähm…”
“Ja. In der Hose hatte ich das, ist ja schnurlos, damit kann man das ja machen.”
Oh nein. Die Bilder in meinem Kopf… sie mögen bitte verschwinden.
“Sie meinen in der Hosentasche?” Ich kniff die Augen zu und hoffte diese Frage nicht gleich zu bereuen.
“Ja genau. Da habe ich nun 3 mal die Drei gewählt – und da hupt das Telefon.”
Uff. OK, ich gebe auf.
“Bitte erklären Sie mir das genauer.”
“Ich bin ins Wohnzimmer gegangen und der Telefon war in der Tasche. Dabei hat es gewählt – 3 mal die Drei. Und nun hupt die rote Lampe am Telefon immer.”
“Hm… funktioniert das Telefon denn noch?”
“Ja, wir telefonieren ja darüber.”
“Und du es hupt immer noch?”
“Nein.”
“Na dann ist alles in Ordnung. Was das Hupen genau bedeutet kann ich Ihnen zwar nicht sagen, das können Sie aber in der Dokumentation des Gerätes nachlesen. Ansonsten, wenn alles funktioniert wie es soll und nicht mehr hupt, ist alles in Ordnung.”
“Ah, fein. Ich bedanke mich. Auf Wiederhören.”
Geschrieben von ratze in Irrläufer | Kommentare (2) |
Randalierende Randalierer
Montag, 13. November 2006
Anruf bei einem Kollegen kurz nach Dienstbeginn.
“Da wurde ein Mast von euch, mutwillig von Randalierern, zerstört”
Kollege fragt verdutzt.
“Wie bitte? Was für ein Mast?”
“Na, in der XY-Straße!”
Kollege greift sich an den Kopf.
“Und warum rufen Sie da nicht die Polizei oder die Feuerwehr?”
Anrufer wird ungeduldig und sauer.
“Ich? Das können Sie doch machen! Es ist ja schießlich IHR Mast!”
- klick, tuut -
Aber dann wäre er ja ein Fall für Mr. Steel gewesen.
Geschrieben von Landi in Irrläufer | Keine Kommentare |
Hilfe zur Selbshilfe II
Freitag, 10. November 2006
“Guten Tag, (Begrüßungsfloskel).”
“Ja, hallo! Eben war ein Techniker von Ihnen da und hat mein Handy eingesteckt, als er einen Testanruf machen wollte. Nun ist er weg – MIT MEINEM HANDY!!!!”
Da war er wieder, diese leise wimmernde Unterton, bei dem es immer um Tod, Leid und Elend geht.
“Aha”, murmele ich desinteressiert, “haben Sie den Namen des Technikers?”
“Ja, klar doch! Das war Herr (Name)!”
“Okay. Erstmal ist es wichtig, dass Sie genau geprüft haben, dass das Handy wirklich nicht mehr bei Ihnen ist. Denn so eine falsche Verdächtigung kann unter Umständen schwerwiegende Folgen haben.”
Hachja, sowas zieht die Aufmerksamkeit immer gerne auf sich.
“Haben Sie denn mal versucht Ihr Handy anzurufen? Klingelt es evtl. bei Ihnen? Oder ist denn da jemand rangegangen?”
Erwischt! Ich höre quasi die großen Augen.
“Öhm?”, druckst er rum, “Nein… OK, das versuche ich mal. Auf Wiederhören.”
Geschrieben von Landi in Irrläufer,Schnipsel | Keine Kommentare |
Gemeinheit
Montag, 30. Oktober 2006
OK, manchmal kann auch ich gemein sein. Aber es “ging nicht anders”.
Wieder mal ein älterer Herr (evtl. jedesmal derselbe?), der ein Problem hat. Diesmal mit der Google-Toolbar für seinen Internet Explorer.
“Ich habe meinen Rechner neu gemacht, und jetzt ist meine Google-Toolbar weg.”
“Klicken Sie mal auf ‘Ansicht’ und zeigen Sie dann auf ‘Symbolleisten’. Finden Sie dort Ihre Toolbar wieder?”
“Nein, sie scheint gar nicht mehr da zu sein. Wie kriege ich sie wieder her?”
“Das kann ich Ihnen leider nicht sagen, da das ein Produkt einer anderen Firma, Google Inc., ist. Wenden Sie sich zu allen Anfragen dazu immer direkt an den Hersteller, ich kann Ihnen dazu nichts sagen.”
“Aber ich habe doch Internet von euch. Und ich bin jetzt beim technischen Kundendienst, oder? Also möchte ich auch Hilfe!”
“Nun, der Beratungsinhalt unserer Technik beschränkt sich aber allein auf unsere eigenen Produkte. Wir stehen mit Google Inc. in keiner Beziehung und daher können wir Sie da nicht beraten.”
“Frechheit”, murmelt er. Weiter: “Können Sie mich dahin weiterverbinden, oder die Telefonnummer geben?”
Oah. Er rafft es nicht. Aber ich bin ja gerne freundlich
“Aber gewiss doch. Bitte wenden Sie sich an: ‘Google Inc., 1600 Amphitheatre Parkway, Mountain View, CA 94043, USA, Tel: +1 650 253 0000′. Ich danke Ihnen für Ihren Anruf und wünsche Ihnen noch einen wundervollen Tag.”
Geschrieben von ratze in Irrläufer | Kommentare (2) |
Betreutes Telefonieren
Montag, 30. Oktober 2006
Ein nächster Hilferuf, der mir klar werden ließ, dass heute NUR Montag sein kann: Aufgeregte ältere Dame.
“Guten Tag, wir brauchen einen Techniker bei meiner Mutter.”
“Wieso, was ist denn bei Ihrer Mutter?”
“Sie kann doch nicht mehr telefonieren. Es viel zu kurz.”
“Was genau ist zu kurz?” hake ich nach und hätte gerne in die Tischkante gebissen. Ich hasse es, wenn man alles aus der Nase ziehen muss.
“Das Telefonkabel.” Telefonkabel? Naiv wie ich war nahm ich an, sie meinte die generelle Hausverkabelung in der Wand. Warum sollte sie wohl sonst einen Techniker brauchen.
“OK. Wer hat es Ihrer Mutter denn vorher verlegt?”
“Verlegt? Nein, niemand. Das alte Kabel war doch beim Telefon dabei. Nun hat sie es verschoben, aber das Kabel reicht nicht. Ich möchte Sie bitten jemanden zu schicken, der ein längeres Kabel anbringt.”
OK. Doch Tischkante.
Ich konnte sie aber dennoch überzeugen auf den Techniker zu verzichten und sich selbst eines zu besorgen. 20 Meter.
Geschrieben von ratze in Irrläufer | Kommentare (3) |
Face/Off II
Sonntag, 29. Oktober 2006
ß“ber Kunden, die sich als jemand anderes ausgeben hatten wir es ja schon. Und wenn es nicht so haarsträubende Geschichten wären, würde man es sicher auch nicht merken.
Doch leider gehen einige zu weit.
“Hallo, hier ist (Name) von (interner Abteilung). Du, ich brauche mal gerade Kundendaten von (Kunde) oder kannst du mich gleich zu (Vorgesetzten) nach (Firmensitz) verbinden?”
Kollege bekam diesen Anruf und kam zu mir und fragte was er davon halten solle. Leider sehen wir bei uns auf dem Telefondisplay nicht die Telefonnummer, von der aus angerufen wird, sondern nur welche Hotline der Anrufer angewählt hat. Aber ich konnte ihn beruhigen: Es war “nur” ein Kunde. Keine interne Abteilung der Welt hat keinen eigenen Dienstweg, oder eigene Querverweise. Kein Mitarbeiter muss seinen Chef über eine kostenpflichtige Hotline anrufen.
Ich müsste auch keinem sich als Polizisten ausgebenden Menschen die Halterdaten des KFZ meines Nachbarn mitteilen. Warum auch, die können das viel schneller nachgucken.
Manche Sachen sind einfach zu dummdreist…
Geschrieben von ratze in Irrläufer | Keine Kommentare |
Neuinstallation
Sonntag, 22. Oktober 2006
“Hallo, ich muss mein Windows neu machen, welche CD brauche ich dafür?”
“Öööh, da nehmen Sie doch am besten die CD wo Windows draufsteht.”
“Ja, da gibts mehrere, welche genau?”
“Tut mir Leid, da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen, wenden Sie sich doch da bitte an Ihren PC-Hersteller/Verkäufer.”
“Das ist Siemens. Können Sie mich direkt dorthin verbinden?”
“Nein?? Das ist eine völlig andere Firma mit der wir nichts zu tun haben.”
“Das ist aber eine reichlich unbefriedigende Aussage, enttäuschend. Guten Tag.”
Geschrieben von ratze in Irrläufer,Schnipsel | Keine Kommentare |
Von Schweizer Beamten und Lügen
Dienstag, 18. Juli 2006
Tja, viel aufregender kann der Arbeitstag nicht beginnen: Nachdem die ersten Telefongespräche Routine darstellten, kam der Hammer des Tages gleich zu Anfang an mein Ohr.
Kunde meines Arbeitgebers war er nicht. Auch hatte er weder Vertragsfragen, geschweige denn brauchte er Hilfe für die Einrichtung eines WLAN-Routers. Er war einfach nur verzweifelt, die Stimme klang dennoch bestimmt.
“Ich weiß, dass Sie lügen müssen. Manchmal. Wenn Sie das aber tun, so sagen Sie lieber nichts, denn das ist besser als lügen”
Macht nichts, denn ich kam ja nicht einmal zum Lügen, hätte ich denn gewollt – er überfiel mich mit Redeschwall, bestimmt 6 Minuten am Stück bevor ich zu Wort kam. An konkrete Sätze erinnere ich mich dennoch oder gerade deswegen nicht mehr. Nur so viel: Es ging u.A. um seine Frau, die warum auch immer in Lebensgefahr steckt. Es ging auch um Schweizer Polizeibeamte, wo ich ihm auch bestätigen musste, dass ich keiner bin. Und Asyl war noch eines von ein paar Schlagworten, die mir jetzt noch in Erinnerung sind. Aber Sinn in diesem Wirrwarr habe ich bis heute keinen gefunden.
Ca. 11 Minuten ging das Gespräch. Souverän wie ein Hotliner sein muss, hatte ich natürlich auch dafür eine Lösung: Das Auswärtige Amt hat diese und ähnliche Fälle bestimmt Dutzenfach gehört.
Geschrieben von ratze in Irrläufer,Paranoia | Kommentare (1) |
Na und?
Mittwoch, 07. Juni 2006
Natürlich erfüllen meine Kollegen und ich an der technischen Hotline eines Internetanbieters wirklich jede Aufgabe. Das wissen die Kunden und rufen uns deswegen auch an. Vielleicht war folgende Anruferin deswegen auch etwas enttäuscht von mir….
“So, ich habe jetzt zum 10. Mal angerufen. Wann wird das Kabel endlich freigeschaltet?”
“Von welchem Kabel sprechen wir denn?”
“Fernsehn und Internet natürlich.”
“Natürlich. Wer hat Ihnen das denn angeboten?”
“(Fremder Kabel-Anbieter).”
“Warum kontaktieren Sie (fremden Kabel-Anbieter) nicht?”
“Was fragen Sie mich für Sachen? Sie machen hier das Internet, nun erledigen Sie es auch.”
Geschrieben von ratze in Irrläufer | Keine Kommentare |
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