Es gibt ja Menschen, die freiwillig für irgendetwas hungern. Die bekannteste Gattung davon sind Models; Die verwehren sich drigend benötigter Nahrungsaufnahme dafür, um mit Ihrem Körper Geld zu verdienen. Dann gibt es noch Menschen, die das als Protest machen (Weltfrieden, etc.), bis hin zu Essgestörten.
Aber was mich wirklich verblüffte, dass eine Kundin sich selbst und ihre Familie für den Internetzugang hungern lassen wollte. Hier ging es auch mal wieder um eine unbezahlte Rechnung.

„Tut mir leid“, sage ich am Ende des Gespräches, „da kann ich nichts für Sie tun. Die Sperre kann erst dann wieder aufgehoben werden, wenn ich den ausstehenden Betrag inklusive den angefallenen Rücklastschriftgebühren neu zum Einzug anweise, oder Sie von sich aus überweisen.“
„Wann wird das Internet dann wieder freigeschaltet?“ winselt die Anruferin mit gespielter weinerlicher Stimme.
„Erst dann, wenn der Betrag eingegangen ist, oder aber wenn ich jetzt nochmal erneut einziehe.“
„Ja“, antwortet sie apathisch, „dann ziehen Sie eben erneut ein.“
„Gut.“
Und leiser, schluchzend: „dann kann ich meinen Kindern und mir nichts zu Essen kaufen“

Bei sowas platzt mir der Kragen – heult mir einen vor, dass man schon auf 10m Entfernung das Gespielte heraushören kann – möchte damit auf meine Gefühle anspielen, MIR ein schlechtes Gewissen machen, obwohl der Kunde zahlungsunwillig ist (Das unterstelle ich einfach, da Zahlungsunfähige sachlicher diskutieren).

„Jetzt habe ich den Betrag schon zum Einzug angewiesen. Warum haben Sie mir das denn nicht vorher gesagt? Aber auch dafür gibt es eine Lösung: Sie gehen einfach zu Ihrer Bank und lassen den Betrag, den wir nun einziehen, einfach wieder auf Ihr Konto zurückbuchen. Von diesem Geld gehen Sie dann bitte in den nächsten Discounter und decken sich mit Brot und Wasser ein, sodass Sie und Ihre Familie einige Zeit davon leben können.
Die abermals entstehenden Rücklastschriftgebühren, sowie die Mahnungsentgelte und die Abgabe an das Inkassobüro sind ja Probleme, die von anderen Instanzen, z.B. einem Sozialgericht geklärt werden können – aber Hauptsache Sie hungern nicht. Alles klar?“
Das war wohl überraschend. Stille.
„Äh… ach… hm.. Wissen Sie, ich glaube das passt schon so. Danke. Auf Wiederhören.“

Aha.